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Bund für Umwelt und Naturschutz

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50 Kubikmeter radioaktives Gas im AKW Fessenheim ausgetreten

Verschleiernder Unfallbericht durch französische Behörden

http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/radioaktivitaet-akw-fessenheim.html

Bei einem "Störfall" im französischen AKW Fessenheim wurden wieder einmal 50 Kubikmeter radioaktiver Gase "freigesetzt" wie die staatliche ASN (Autorité de Sûreté Nucléaire) auf ihrer Homepage meldet. Die Meldung der ASN ist vom 30 August 2010. Es ist erschreckend, dass diese Meldung bisher in Deutschland nicht "angekommen" ist. Waren das Regierungspräsidium und die deutschen Medien informiert?

Es ist uns nicht klar, was der folgende Satz der ASN Erklärung bedeutet: "Die Zerfallsaktivität der radioaktiven Abgase aus dem Reservoir wurde vor dem Entweichen nicht gemessen." Wenn dies bedeutet, dass die Radioaktivität unkontrolliert von allen Messgeräten entwich, dann wäre das noch ein Skandal und eine gezielte Verschleierung der Dimension des Unfalls. Die zentrale und für eine Bewertung absolut wichtige Angabe zur Menge und „Qualität“ der ausgetreten Radioaktivität fehlt erstaunlicherweise in der Meldung. Dies kann eine großräumige Belastung oder einen überschaubaren Unfall bedeuten. Die Auswertung und Bewertung des Unfalls lag später beim Betreiber EDF... Das natürliche Interesse der EDF an einer „objektiven Bewertung“ solcher Unfälle kennen wir. Selbst wenn die ausgetretene Radioaktivität möglicherweise unter den skandalös hohen Grenzwerten liegt, kann doch jede zusätzliche Strahlung Krebs auslösen. Die Meldung zeigt auch wieder einmal, wie im so genannten Normalbetrieb Radioaktivität gezielt abgegeben wird. „Wie bei allen kerntechnischen Anlagen, produzieren die Reaktoren in Fessenheim radioaktive Abfall-Gase, die in Behältern gelagert werden, um ihren Zerfall zu kontrollieren, bevor sie in die Atmosphäre ausgeleitet werden.“

Aus einer Studie, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Dezember 2007 veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Die Studie mit Daten von über 6.000 Kindern liefert die bislang deutlichsten Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken. Das Risiko ist demnach im 5-km-Radius für Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um etwa 120 Prozent. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie.

In der Werbung der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als "abgasfrei" bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im so genannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen.

Der akute Vorfall bestätigt die Sorgen der Öffentlichkeit vor den Risiken des altersschwachen AKW Fessenheim und gefahrzeitverlängerter Atomkraftwerke.

Die neue Fessenheimer Polizeitruppe konnte (wie zu erwarten war) die Öffentlichkeit auch nicht vor der radioaktiven Gefahr schützen.

Axel Mayer / BUND-Geschäftsführer

Quelle: http://lilas.nexen.net/index.php/content/view/full/115316

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Provisorische Übersetzung des ASN Berichts


http://lilas.nexen.net/index.php/content/view/full/115316

 

Rejet involontaire de 50 m³ d´effluents gazeux radioactifs

 

Paris, le 30 Août 2010 Avis d'incident Installation(s) concernée(s) :

 

Unbeabsichtigte Freisetzung von 50 Kubikmetern ausströmender radioaktiver Gase

 

Paris, 30. August 2010 Bekanntmachung über die Vorfall(e) der betroffenen Anlage(n):

 

 

Centrale nucléaire de Fessenheim - Fessenheim - EDF

Le 24 août 2010, un rejet involontaire de 50 m³ d´effluents gazeux radioactifs a eu lieu au centre nucléaire de production d´électricité de Fessenheim.

 

Atomkraftwerk Fessenheim - Fessenheim - EDF

Am 24. August 2010, hat ein unbeabsichtigter Ausstrom von 50 Kubikmetern gasförmiger radioaktiver Abfälle im nuklearen Teil der Stromproduktionseinheit des Kernkraftwerks Fessenheim stattgefunden.

 

 

Comme toute installation nucléaire, le centre nucléaire de production d´électricité de Fessenheim produit des effluents gazeux radioactifs qui sont stockés dans des réservoirs afin de contrôler leur décroissance radioactive avant rejet à l´atmosphère. Les rejets dans

l´environnement du centre nucléaire de production d´électricité de Fessenheim sont encadrés réglementairement afin de ne pas dépasser une limite annuelle garantissant l´absence de risque sanitaire.

 

Wie bei allen kerntechnischen Anlagen, produzieren die Reaktoren in Fessenheim radioaktive Abfall-Gase, die in Behältern gelagert werden, um ihren Zerfall zu kontrollieren, bevor sie in die Atmosphäre ausgeleitet werden. Diese Freisetzung radioaktiver Gase in die Umwelt

um das AKW Fessenheim findet im Rahmen der gesetzlichen jährliche Freigabegrenzen statt, welche den Ausschluss gesundheitlicher Risiken garantiert.

 

 

Durant une opération de vidange d´un réservoir d´effluents gazeux vers un autre, l´ouverture involontaire d´un robinet a initié la dépressurisation d´un réservoir vers l´atmosphère via une cheminée équipée de filtres. Les effluents gazeux de ce réservoir n´ont pas été contrôlés préalablement au rejet pour s´assurer de leur décroissance radioactive.

 

Während einer Entleerung eines Abgas-Tanks in einen anderen Tank, führte das versehentliche Öffnen eines Gashahns zur Druckentlastung eines Tanks, so dass Gas durch einen mit Filtern ausgestatteten Kamin in die Atmosphäre entwich. Die Zerfallsaktivität der radioaktiven Abgase aus dem Reservoir wurde vor dem Entweichen nicht gemessen.

 

 

L´évaluation a posteriori effectuée par l´exploitant montre que ce rejet ponctuel est très inférieur à la limite annuelle fixée par la réglementation. Par ailleurs, les seuils d´alarme des systèmes de mesure de la radioactivité n´ont pas été atteints. Cet événement n´a donc pas eu de conséquence significative sur l´environnement.

 

Die anschließende Auswertung, ausgeführt durch den Betreiber (EdF), zeigt, dass die kurze Freisetzung deutlich unter der in den Regularien festgelegten jährlichen Freigabegrenze lag. Darüber hinaus wurden Alarmschwellen von Systemen zur Messung der Radioaktivität

nicht erreicht. Dieses Ereignis hatte deshalb keine signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt.

 

 

Cependant, en raison du non respect des conditions de rejet, cet événement a été déclaré à l´Autorité de sûreté nucléaire par l´exploitant.

 

Doch wegen der Nichteinhaltung der Freisetzungs-Vorschriften, wurde dieses Ereignis der Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) vom Betreiber (EdF) gemeldet.

 

 

Cet événement ne concernant pas la sûreté de l´installation, ni la radioprotection, n´est pas classé sur l´échelle INES.

 

Dieses Ereignis, das weder die Sicherheit der Anlage noch den Strahlenschutz betrifft, wurde nicht auf der INES-Skala eingestuft.